2020/2021 – Abschied und Neubeginn?

Es wird viel geschrieben, geredet und diskutiert über die aktuelle Situation 2020/2021. Unsere Seifenblase der Absicherung gegen „fast“ alles ist geplatzt. Das Gefühl es ginge immer so weiter wie bisher in unserer Lebenszeit ist vorbei und zurückgeblieben ist Unsicherheit die uns tagtäglich unter Stress setzt.

Aus dem Ausland sieht das was in Deutschland passiert, getan wurde gut und ziemlich erfolgreich aus, erzählt man mir. Hier bei uns ist es unruhig und viele Menschen sind unzufrieden mit der Regierung und den Regelungen die diese trifft. Egal wie man es beurteilt, etwas Besseres als das was ist haben wir nicht. Es ist kein Traum, aus dem wir aufwachen werden und alles ist wie vorher, unser Leben wird anders sein als zuvor. Jeder von uns muss sich daher jetzt damit beschäftigen wie er in Zukunft leben will, in dieser fragilen Welt, in dieser aktuell und auch in Zukunft gespaltenen Gesellschaft, mit dieser neuen aber dauerhaft bestehenden Instabilität die unsere Leben zutiefst erschüttert hat.

Es sind viele Artikel erschienen zur Bewältigung der Situation, zur Vermeidung von Ängsten, Stress, zur Bewältigung der Veränderung. Fakt ist aber, wir haben für das was wir seit März 2020 erleben keine Verhaltensnormen, keine Anleitung wie wir damit umgehen können. Wir müssen daher unser Leben alleine und miteinander neu „erfinden“.

Es ist ähnlich wie die Auflösung der DDR. Alles sah aus wie zuvor, die Natur, die Häuser, die Menschen. Aber von einem Tag auf den anderen war ein Land abgeschafft worden. Vieles was zuvor „wahr“ oder „richtig“ erschien, galt so nicht mehr. Menschen mussten ihr Leben, ihr Denken, ihr Verhalten, ob sie wollten oder nicht, völlig verändern. Wahrscheinlich kennt jeder jemandem dem das sehr gut gelungen ist und auch jemand anderen der völlig aus der Bahn geraten ist. Geforscht wird zu diesem und ähnlichen Themen dazu aktuell unter anderem in Mainz „DDR-Psych„, in Jena und Dortmund, Erlangen Nürnberg, Greifswald-Rostock „SiSaP“.

Wahrscheinlich gibt es viele Gründe warum Menschen so unterschiedlich gut oder schlecht mit der aktuellen Situation umgehen können. Bestimmt hängt es mit ihrer Resilienz, ihrer Flexibilität, ihrer Vulnerabilität und vielem mehr zusammen.

So oder so muss jeder von uns durch diese Zeit und kann in weiten Teilen selbst bestimmen, ob dies mehr oder weniger erfolgreich geschieht. Es ist wie dieser Spruch mit den Gläsern, halbvoll – halbleer, jeder einzelne bestimmt über seine geistige und körperliche Gesundheit u.a. durch seine Perspektive auf die Situation. Das bedeutet im Klartext:

Du bist der aktuellen Situation nicht ausgeliefert!

Es gibt viele Tipps, die Du im Netz finden kannst, von Podcasts zur Prokrastination (Aufschieberitis), oder Vera F. Birkenbihl Videos mit denen Du Dich und Dein Verhalten reflektieren kannst, über online Lehrgänge mit denen Du Dein Wissen erweiterst, wie HPI, das Auditorium Netzwerk, die immer wieder kostenlose Seminare anbieten. Der Chaos Computerclub mit seinem Podcast vermittelt sein Wissen und seine Einschätzung zur politischen Lage, verständlich und oft mit viel Humor. Ich könnte noch lange so weiter machen, aber jeder der möchte findet sicher etwas mit dem er sich beschäftigen mag, mit sich oder mit anderen oder mit Wissen.

Denn auch wenn unser Leben in vielerlei Hinsicht anders ist, viele Möglichkeiten, die zuvor selbstverständlich waren, nicht mehr vorhanden sind, es eingeengter und reduzierter erscheint, so haben sich dafür andere Türen geöffnet, Freiräume ergeben.

Also entscheide heute und jeden weiteren Tag neu – halbvoll? halbleer?

PS: Ich selbst betrachte Corona als eine Art Serie im Fernsehen. Es erscheinen ständig neue Folgen, ich kann sie sehen, muss nicht, je nachdem wie es mir gerade geht, ich Zeit und Lust habe. So oder so kann ich durch diese Sicht auf Corona Distanz schaffen zwischen mir und der Belastung. Fernseher an oder aus?

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