Angst ist nicht unbezwingbar – Techniken und andere Ideen

Angst ist wie ein Gedanke, ein Gedanke wie ein vorbeifahrendes Auto.

Ein vorbeifahrendes Auto hört man kommen, dann ist es da fährt vorbei und man hört, wie es sich entfernt. Gedanken und Gefühle verhalten sich ebenso.

Ich kann auch das Auto, den Gedanken, das Gefühl aufhalten, ich muss aber nicht.

Wenn ich also das Auto kommen höre und es als etwas vorübergehendes definiere, ohne hinauszusehen oder nach draußen zu gehen bekommt es nicht viel Aufmerksamkeit. Es kommt, ist da, und ist weg.

Geräusche wie auch Gedanken oder Gefühle kann man nicht einfach verleugnen. Man kann sie nicht einfach abstellen und sich weigern sie wahrzunehmen. Sie tauchen auf, sind da und manchmal gehen sie einfach nicht wieder weg und je mehr ich mich darauf konzentriere je mehr beeinflussen sie mich.

Ängste sind wie Geräusche, Gefühle, Gedanken, auf die man sich konzentriert. Kontrollierbar sind sie nicht, was verständlicherweise noch mehr Angst macht. Wenn ich den Fokus verändere, frühzeitig, schon beim ersten Ansatz meiner Wahrnehmung erobere ich mir Kontrolle zurück. Ich mache Gedanken, Gefühle zu Autos, die vorbeifahren.

Ich entscheide mich nicht ans Fenster zu treten und sie nicht anzuhalten und mich anderweitig zu beschäftigen.

Relativierung, eine weitere Technik kann man mit dem Nachdenken über das Schlimmstenfalls, also was ist das Schlimmste was passieren kann? Wahrscheinlichkeit? Das zweitschlimmste? Wahrscheinlichkeit? Das nächst Schlimmste? Wahrscheinlichkeit? Das nächst Schlimmste? Wahrscheinlichkeit? So kann man im Selbstgespräch erkennen, dass die erwartete, herbei gedachte Katastrophe wahrscheinlich eher nicht eintritt.

Oder mit der Frage, interessiert mich das in 2., 5, 10 Jahren noch? Wird es in meiner Grabrede erwähnt?

Eine weitere gute Technik ist die 5-4-3-2-1-Übung (von Yvonne Dolan Psychologin (M.A.), Leiterin des Institute for Solution-Focused Therapy (Highland, Indiana, USA) und international tätige Trainerin für lösungsfokussiert-hypnotherapeutische Arbeit mit traumatisierten Klienten). 

Mit offenen Augen den Blick auf einen festen Punkt richten. 5 Dinge aufzählen (laut oder leise) die im Blickfeld sind, 5 Dinge, die man hören kann und 5 Dinge, die man spüren kann.

Diese drei Aufzählungen wiederholt man immer mit einem Ding pro Durchlauf weniger.

Beim Einschlafen möchte man nicht unbedingt die Augen offenlassen. Hier kann man seine Atemzüge zählen, ein und aus sind immer eine Zahl. Man sollte versuchen immer bis 5 zu kommen. Da einen Gedanken davon abbringen muss man häufig von vorne beginnen. Ziel sind fünf Durchläufe, ohne abzuschweifen.

Wichtig: Bei der Umsetzung dieser Übungen gibt es kein Richtig oder Falsch. Es ist völlig in Ordnung dieselben Dinge zu benennen. Verzählen oder Abschweifen mit den Gedanken ist auch kein Problem, einfach wieder von vorne beginnen.

Alles das kann man in nicht so überwältigenden Angstsituationen üben, so dass man eine wirkungsvolle Technik als Gegenmaßnahme hat.

Ideen wie es noch geht? Ich freue mich sie in den Kommentaren zu lesen!

2020/2021 – Abschied und Neubeginn?

Es wird viel geschrieben, geredet und diskutiert über die aktuelle Situation 2020/2021. Unsere Seifenblase der Absicherung gegen „fast“ alles ist geplatzt. Das Gefühl es ginge immer so weiter wie bisher in unserer Lebenszeit ist vorbei und zurückgeblieben ist Unsicherheit die uns tagtäglich unter Stress setzt.

Aus dem Ausland sieht das was in Deutschland passiert, getan wurde gut und ziemlich erfolgreich aus, erzählt man mir. Hier bei uns ist es unruhig und viele Menschen sind unzufrieden mit der Regierung und den Regelungen die diese trifft. Egal wie man es beurteilt, etwas Besseres als das was ist haben wir nicht. Es ist kein Traum, aus dem wir aufwachen werden und alles ist wie vorher, unser Leben wird anders sein als zuvor. Jeder von uns muss sich daher jetzt damit beschäftigen wie er in Zukunft leben will, in dieser fragilen Welt, in dieser aktuell und auch in Zukunft gespaltenen Gesellschaft, mit dieser neuen aber dauerhaft bestehenden Instabilität die unsere Leben zutiefst erschüttert hat.

Es sind viele Artikel erschienen zur Bewältigung der Situation, zur Vermeidung von Ängsten, Stress, zur Bewältigung der Veränderung. Fakt ist aber, wir haben für das was wir seit März 2020 erleben keine Verhaltensnormen, keine Anleitung wie wir damit umgehen können. Wir müssen daher unser Leben alleine und miteinander neu „erfinden“.

Es ist ähnlich wie die Auflösung der DDR. Alles sah aus wie zuvor, die Natur, die Häuser, die Menschen. Aber von einem Tag auf den anderen war ein Land abgeschafft worden. Vieles was zuvor „wahr“ oder „richtig“ erschien, galt so nicht mehr. Menschen mussten ihr Leben, ihr Denken, ihr Verhalten, ob sie wollten oder nicht, völlig verändern. Wahrscheinlich kennt jeder jemandem dem das sehr gut gelungen ist und auch jemand anderen der völlig aus der Bahn geraten ist. Geforscht wird zu diesem und ähnlichen Themen dazu aktuell unter anderem in Mainz „DDR-Psych„, in Jena und Dortmund, Erlangen Nürnberg, Greifswald-Rostock „SiSaP“.

Wahrscheinlich gibt es viele Gründe warum Menschen so unterschiedlich gut oder schlecht mit der aktuellen Situation umgehen können. Bestimmt hängt es mit ihrer Resilienz, ihrer Flexibilität, ihrer Vulnerabilität und vielem mehr zusammen.

So oder so muss jeder von uns durch diese Zeit und kann in weiten Teilen selbst bestimmen, ob dies mehr oder weniger erfolgreich geschieht. Es ist wie dieser Spruch mit den Gläsern, halbvoll – halbleer, jeder einzelne bestimmt über seine geistige und körperliche Gesundheit u.a. durch seine Perspektive auf die Situation. Das bedeutet im Klartext:

Du bist der aktuellen Situation nicht ausgeliefert!

Es gibt viele Tipps, die Du im Netz finden kannst, von Podcasts zur Prokrastination (Aufschieberitis), oder Vera F. Birkenbihl Videos mit denen Du Dich und Dein Verhalten reflektieren kannst, über online Lehrgänge mit denen Du Dein Wissen erweiterst, wie HPI, das Auditorium Netzwerk, die immer wieder kostenlose Seminare anbieten. Der Chaos Computerclub mit seinem Podcast vermittelt sein Wissen und seine Einschätzung zur politischen Lage, verständlich und oft mit viel Humor. Ich könnte noch lange so weiter machen, aber jeder der möchte findet sicher etwas mit dem er sich beschäftigen mag, mit sich oder mit anderen oder mit Wissen.

Denn auch wenn unser Leben in vielerlei Hinsicht anders ist, viele Möglichkeiten, die zuvor selbstverständlich waren, nicht mehr vorhanden sind, es eingeengter und reduzierter erscheint, so haben sich dafür andere Türen geöffnet, Freiräume ergeben.

Also entscheide heute und jeden weiteren Tag neu – halbvoll? halbleer?

PS: Ich selbst betrachte Corona als eine Art Serie im Fernsehen. Es erscheinen ständig neue Folgen, ich kann sie sehen, muss nicht, je nachdem wie es mir gerade geht, ich Zeit und Lust habe. So oder so kann ich durch diese Sicht auf Corona Distanz schaffen zwischen mir und der Belastung. Fernseher an oder aus?

Konträre Erziehungsstile

und die Auswirkungen auf das Erwachsenenleben

Das Aufwachsen in einem Elternhaus mit sehr konträren Erziehungsstilen hat Auswirkungen auf die gesamte Lebensgestaltung. Ein autoritärer Vater, selbst stark geprägt von althergebrachten Vorstellungen wie Männer zu sein haben und eine ebenfalls im Rollenklischee gefangene, angepasste, harmonisierende Mutter, sorgen für eine sehr unterschiedliche Grundstimmung und Haltung dem Kind gegenüber, je nach Anwesenheit der Bezugspersonen. Dies führte, aufgrund ausgesprochener und unausgesprochener Erwartungen zu einer angepassten, eigene Bedürfnisse unterdrückenden Haltung des Kindes. Das Kind erfährt so wiederholt, dass es sich den jeweiligen Gegebenheiten anpassen muss. Während auf der Seite des Vaters Regeln und Grenzen nicht nur unumstößlich sind, sondern nur Anpassung und Erfüllung der Erwartungshaltungen zu Zuwendung und Anerkennung führen, ist die dem Kind zugewandte Haltung der Mutter in Abwesenheit des Vaters in seiner Gegenwart nicht mehr stabil und sicher auf das Kind ausgerichtet. Daher ist sie nicht als gleichwertig mit der des Vaters zu sehen, ist sie doch nicht an ein Verhalten gebunden, sondern zeigt sich nur dann, im Widerspruch zu den Erwartungen des Vaters, wenn dieser nicht anwesend ist. Die Mutter wird als schwächer als der Vater erlebt und als ebenso abhängig von seiner Anerkennung, wie das Kind selbst.

Außerhalb des Elternhauses hat das Kind, in der von Gleichaltrigen geprägten sozialen Umgebung, kein Modell und keine Anleitung für das dort geforderte oder erwünschte Verhalten. Hier führen die bisher erworbenen Verhaltensmaximen des Elternhauses nicht zum gewünschten Erfolg.

Der Mangel sich selbst im sicheren Umfeld des Elternhauses ausprobieren, auflehnen und Grenzüberschreitungen üben zu können, hat außerhalb des kontrollierenden Elternhauses daher schnell unkontrolliert impulsives und regel überschreitendes Verhalten zur Folge.

Das Kind lernt im Umfeld der Gleichaltrigen dann, dass im Gegensatz zu dem elterlichen Umfeld, Regelverstöße und extreme Verhaltensweisen oft zu Anerkennung und zugewandtem, respektvollem Verhalten ihm gegenüber führen. Dies führte zu weiteren Verhaltensauffälligkeiten aus denen die Eltern schließen, dass eine weitere Disziplinierung, auch im Freizeitbereich notwendig sei.

Um weitere problematische außerhäusliche Situationen zu vermeiden werden so weitere Anteile, der zuvor kreativ und frei vom Kind gestalteten Zeit, in disziplinierende Sportarten oder ähnliche Disziplinarmaßnahmen umgeleitet.

Hier machte das Kind die Erfahrung, dass die Erfüllung der Erwartungshaltungen anderer nicht nur Anerkennung und Zuwendung, sondern das ein Übertreffen der Erwartungshaltung sogar zu einer neuen Form von Anerkennung und Unterstützung durch den Vater führt.

Allgemeingültige Anforderungen, wie schulische Leistungen, das aufgrund des Lernprozesses im Setting der Peergroup immer wieder auffallende „extreme Verhalten“, werden in den Augen des Vaters durch sportliche Erfolge relativiert.

Die Eltern „belohnen“ das Kind für seine Anstrengungen in Form nicht altersentsprechender, es überfordernder Freiheiten. In der Gleichaltrigengruppe wiederum muss es, aufgrund der zeitlichen Einschränkungen mehr „Leistung“ erbringen um seine Zugehörigkeit und Anerkennung nicht zu verlieren.

Die Übernahme der Vorstellungen des Vaters, wie gute Leistungen zu definieren sind, führen zu Erwartungshaltungen an sich selbst, in allen Lebensbereichen, die eine ständige Überforderung darstellen. Damit ist ein Kreislauf von Misserfolgs Erfahrungen eingeleitet, ein nicht gut genug sein und letztendlich ein verringertes Selbstwertgefühl außerhalb der „zu erwartenden“ überdurchschnittlichen Leistungsfähigkeit.

Die ständig sich ändernden Erwartungshaltungen der unterschiedlichen Bezugspersonen führen gleichzeitig zu einer Sensibilisierung bei der Einschätzung von Stimmungslagen anderer und dem meist sogar erfolgreichen Versuch des Kindes darauf möglichst adäquat zu reagieren.

Die daraus resultierenden empathischen Fähigkeiten, die Sehnsucht und das Verlangen nach Anerkennung und befriedigender Zuwendung motivierten das Kind zu, je nach wahrgenommener Bedürfnislage oder Erwartungshaltung anderer, völlig unterschiedlichen aber immer an anderen orientierte, angepasste Handlungsweisen und Rollenübernahmen. So verbleibt es in einem Spannungsfeld zwischen überangepasstem und unangepasstem Verhalten, kann eigene Bedürfnisse nicht gut wahrnehmen, geschweige denn ausleben und neigt, zugunsten anderer, zu einer ständigen Überforderung seiner Person.

Die in den Augen des Kindes durch extrem unterschiedliche Verhaltensweisen und Bedürfnisse getrennten Welten der Eltern (Erwachsenen) und der Gleichaltrigen führten dabei also nicht nur zu teilweise sehr konträr gelebten Rollen, sondern auch zur Unterdrückung und Verleugnung eigener Bedürfnisse und Vorstellungen. Zur Not werden diese als lächerlich, kindisch oder in sonstiger Form unangemessen abgewertet. Es entstehen so unterschiedliche und nicht zu vereinbarende Rollen und Weltsichten, wobei das Kind selbst in keiner authentisch, eigenen Bedürfnissen oder Vorstellungen entsprechend leben kann.

Die Missachtung oder auch mangelnde Wahrnehmung eigener und die gesteigerte Sensibilität für die Bedürfnisse anderer, führen bei einer Veränderung des sozialen Umfeldes oder neuen Bezugspersonen zu neuen angepassten Verhaltensweisen, Rollen und Weltsichten. Diese werden immer wieder völlig übernommen und gelebt, können auf Dauer jedoch nicht aufrechterhalten werden, so das als Reaktion auf die Unterdrückung eigener Befindlichkeiten unvorhersehbares impulsives, für andere unverständliches Verhalten folgt.

Da der Ablösungsprozess von den Eltern zudem nicht altersentsprechend vollzogen werden kann, eine Abgrenzung, Auflehnung, ein in Frage stellen nicht möglich ist, bleibt nur die Übernahme und Weiterführung der dort geprägten Lebensinhalte und Verhaltensweisen. Die Verhinderung dieses Prozesses der Verselbständigung durch die gleichbleibend hohe, von autoritärem Verhalten geprägte Erwartungshaltung, bei gleichzeitig immer dann zugewandter Unterstützung und Anerkennung, wenn Leistungen erwartungsgerecht erfüllt werden, führen zu einem durchgehenden alle Energie einfordernden überhöhten Spannungszustand. Dieser hat eine instabile, unrealistische Einschätzung eigener Fähigkeiten zur Folge die zwischen Selbstüberschätzung, Selbstüberforderung und Selbstabwertung schwankt.

Hier wurde somit erfolgreich ein Belohnungssystem antrainiert, dass immer nur für überdurchschnittliche Leistungen belohnt. Eine Verhaltensweise wird nur dann als erfolgreich betrachtet, wenn diese als eine überdurchschnittliche Leistung, im Verhältnis zu anderen, betrachtet werden kann. Diese ständige Betrachtung anderer als Konkurrenz, die ständige überhöhte Erwartungshaltung an sich geben das Gefühl immer mehr leisten zu müssen als andere um Zufriedenheit erreichen zu können. Dieses Gefühl besteht auch in Situationen in denen diese Leistungsfähigkeit aufgrund einer Selbstüberschätzung und Überforderung nicht gegeben ist, die physischen oder psychischen Möglichkeiten zur Leistungsvollbringung nicht gegeben sind und sorgte für übermäßig viele sich wiederholende Misserfolgserlebnisse.

Konfliktlösungsstrategien konnten aufgrund des elterlichen Erziehungsstils nicht ausprobiert oder vom Modell erlernt werden, so dass auf Misserfolge häufig eine Selbstabwertung, dann eine resignative Haltung mit Isolation, und Flucht folgt. Versagen ist dann kein natürlicher Prozess mehr, den es zu überwinden gilt, der verändertes Verhalten, neue Strategien nach sich zieht und der zu neuen Herangehensweisen führt, sondern ein vernichtender Schlag der die gesamte Existenz in Frage stellt. Für das Erleben von gelungenen Konfliktlösungen auf Augenhöhe gab es keine Modelle, daher konnten sie nicht erlernt werden und sind in diesen Situationen nicht verfügbar.

Die durch Selbstabwertung, Resignation, Isolation und Verdrängung eingeschränkte Selbstreflektionsfähigkeit, die unzureichende Erfahrung der Selbstwirksamkeit die fehlenden Erfahrungen mit funktionierenden Konfliktlösungsmöglichkeiten und dazu die Unfähigkeit eine Befriedigung durch auf eigene Bedürfnisse ausgerichtetes Verhalten zu erreichen, schränken die Handlungsmöglichkeiten im Falle des Misserfolgs zusätzlich stark ein.

Der Lernprozess sich an den Erwartungshaltungen anderer zu orientieren und diese zu eigenen Erwartungshaltungen zu machen führen an sich schon zu einer nicht an die gegebenen Möglichkeiten angepassten Selbstwahrnehmung. Diese verzerrte Selbstwahrnehmung, entstanden aus dem Spannungsfeld des angepassten, funktionierenden Leistungserbringers, bzw. als in Extremen lebender Regelbrecher belohnt zu werden, ohne sich dabei eigener Bedürfnisse und Wünsche bewusst zu sein und diese weder beachten noch befriedigen zu können, führen zu einem Gefühl von Leere, von „anders sein“ und letztendlich zu tief empfundener, als unveränderlich hingenommener Einsamkeit.

Dieser für die Pubertät „normale“ Prozess der Abgrenzung von anderen, der eine Individualisierung, eine Entwicklung, hin zur Ausrichtung auf eigene Interessen und Bedürfnisse nach sich zieht, ist als Erwachsener durch das soziale Umfeld das diesen Prozess schon durchlaufen hat, stark erschwert. Die Suche nach neuen Gemeinschaften an den man sich orientieren kann in Verbindung mit den zuvor gelernten Verhaltensweisen sich stark den Erwartungshaltungen anzupassen oder durch Regelverstöße eine Gruppenzugehörigkeit zu erreichen führt in fortgeschrittenem Alter nicht mehr zum gewünschten Erfolg. Die erlernte Konkurrenzhaltung und der Mangel an konstruktivem Umgang mit Misserfolgen, der daraus resultierende Mangel an Vertrauen in sich und die eigenen Fähigkeiten führt hier häufig zum Rückzug in eine selbstgewählte Isolation. Die Möglichkeit aufgrund des Erkennens eigener Defizite neue Fähigkeiten zu erwerben, Konflikte innen wie außen konstruktiv zu lösen erscheint zu schwierig und nicht zu bewältigen.

Verspricht eine Sache, egal ob zwischenmenschliche Beziehung oder ein Projekt, erfolgreich zu werden, so war scheinbar die dafür erforderliche Leistung nicht anspruchsvoll genug und es werden weitere, erschwerende Anforderungen produziert. Belohnung darf es ja nur geben, wenn der antizipierte Erfolg erreicht wird, weil die eigene Leistung über der Erwartungshaltung der anderen liegt.

Physisch gesehen ist auch das Belohnungssystem an das im Elternhaus erlernte Verhalten angepasst. Das erschwert eine Verhaltensänderung in Eigeninitiative zusätzlich. Das Gehirn produziert nur dann in ausreichendem und wahrnehmbaren Maße den Neurotransmitter Dopamin, der ein tiefes Verlangen nach der erfolgreichen Bewältigung weckt, wenn die innere Haltung dies zulässt. Jahrelang wurde das Belohnungssystem aufgrund erlernter Verhaltensweisen aktiviert. Ein Umlernen von Verhalten hingegen ist ein schwieriger Prozess, macht Angst, Katastrophendenken, Misserfolgserwartungen werden schneller aktiviert als Erfolgserwartungen da der Prozess von Unsicherheit und einem Verlassen gewohnter Wege begleitet ist. Eine Aktivierung des mesolimbischen Systems kann aber nur erreicht werden, wenn geringe Selbstwirksamkeitserwartungen die Bewältigungshoffnung nicht stören, geringe Belohnungserwartungen und Prozessabbrüche nicht aufgrund von Misserfolgserwartungen aktiviert werden.

Die ersten beiden Denkstrukturen untergraben die Dopaminausschüttung und damit die Motivation anzufangen und dranzubleiben. Bei Selbstwirksamkeitsproblemen müsste daher gegen die erlernten Strategien und Verhaltensweisen aktiv vorgegangen und mit kleineren Erfolgserlebnissen dafür gesorgt werden das die Dopaminausschüttung wieder funktioniert. Das jedoch widerspricht ja gerade dem erlerntem Verhalten. Der darauf meist folgende Prozessabbruch verhindert die Endorphinausschüttung und damit die körpereigene Belohnung für die Leistung und dies bestätigt dann wiederum das Selbstwirksamkeitsproblem.

Um tatsächlich motiviert zu werden, zu bleiben und mit der Leistung glücklich zu sein braucht es eine Arbeit an den eigenen Emotionen, die sich primär auf die erfolgreiche Bewältigung einstellt, die anvisierten Belohnungen klar im Augen hält und die begonnenen Prozesse tatsächlich erfolgreich abschließt.

Niemand ist mit eigenen defizitären Leistungen oder Verhaltensweisen glücklich, jeder neigt immer wieder zu überhöhten Erwartungen an sich selbst. Es geht also darum eigene Erwartungen zu relativieren, aber trotzdem Erfolg zu erwarten. Anzufangen, dranzubleiben, auch wenn es sich nicht sofort positiv auswirkt, dranzubleiben und die kleinen Erfolge mit sich selbst zu feiern und dann abzuschließen. Wir tragen unser körpereigenes Belohnungssystem immer bei uns, wir benötigen kein externes, wenn wir es bewusst nutzen, indem wir unsere kleinen Erfolge schätzen.

Wenn jetzt noch der Einsatz von „Ersatzstoffen“, von Drogen jeglicher Form, die eine schnelle Bedürfnisbefriedigung, ein Verdrängen, eine Selbstwertsteigerung ohne Anstrengung bringen zuvor als positive Erfahrung gelernt wurde, verhindert dies jeglichen Lernprozess.

Die Anstrengung einer Veränderung kann erfolgreich vermieden werden, indem durch die schnelle Ersatzbefriedigung, die „nicht sofort erhaltenen“ Belohnung, der kleine Erfolg abgewertet, verdrängt und übergangen wird.

Das alte Verhaltensmuster bleibt somit bestehen, Misserfolgserwartungen werden durch den Konsum ebenso bestätigt, wie die Selbstwirksamkeit negiert werden kann. Die Rückkehr zu alten Verhaltensmustern und die Erleichterung, das ein Umlernen nicht möglich ist wird akzeptiert und der Kreislauf der Resignation, Isolation beginnt von vorne. Das Beste an diesem Kreislauf jedoch ist, er ist bekannt und fühlt sich an wie ein Zuhause.

Nicht genug – Teil: Gefühl und Sprache

Es ist schrecklich sich bedürftig / hilflos zu fühlen.

Ob es dadurch bedingt ist,
– dass man etwas Physisches oder Psychisches zur Existenzerhaltung benötigt,
– man einfach nicht genug bekommen kann, um sich sicher zu fühlen oder zufrieden zu sein,
– oder ob man das Gefühl hat, das man selbst nicht / nie gut genug ist,
ist dabei völlig egal.

Das Gefühl von Bedürftigkeit und Hilflosigkeit lässt einen schrumpfen, immer kleiner und immer verletzlicher werden.

Aber es gibt Unterschiede.
Um die Existenzgrundlage kämpfen zu müssen ist anstrengend, ängstigend, frustrierend und vielleicht sogar lebensgefährlich. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dies jedoch durch eigene Aktivität veränderbar, zielorientiert und meist endlich.

Um Sicherheit und Zufriedenheit durch mehr von etwas“ zu erreichen ist ebenfalls anstrengend, oft frustrierend, aber man kann auch hier aktiv sein, kann versuchen sich so zu kontrollieren oder zu organisieren, dass man nahe an das Ziel des „Genug“ um sich sicher zu fühlen herankommt.

Selbst nicht genug zu sein beinhaltet die Gefühle des Kampfs um die Existenzgrundlage (eher als eine Form der Existenzberechtigung) und den Wunsch nach Sicherheit und Zufriedenheit (aber basierend auf Misstrauen und Abwertung all dem gegenüber was man erhält, erarbeitet, spürt).
Die Prägung „nicht gut genug“ zu sein ist wie ein schwarzes Loch in der Mitte des eigenen Seins.

Ein stabiles und unterstützendes soziales Umfeld wäre gut. Menschen, die den Selbstwert stärken, Anerkennung geben, dieses „nicht gut genug“ widerlegen.
Aber die Prägung ist stark, tief verankert und führt zu seltsamen Mechanismen.
Positives ist unglaubwürdig, kann oft kurzfristig angenommen werden und wird dann zerlegt, landet dann in der Kiste der unglaubwürdigen Äußerungen. Gedanken, wie „würde er/sie mich kennen, würde er das nicht sagen“, „ich hätte es besser machen müssen“, „das war nur Zufall“, „ohne ihn/ sie hätte ich das nicht gekonnt“, sind hier gebräuchliche Zerlegungs-, Widerlegungswerkzeuge.

Zudem suchen sich Menschen, die nicht gut genug sind häufig ein Umfeld, Partner bei denen alte Verhaltensmuster wiederholt werden.
Denn so paradox es ist, erscheint ihnen das weniger anstrengend, eher erträglich als der innere Kampf gegen die Prägung.

„Wenn man mich lobt, fühle ich mich unwohl und weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Es fühlt sich gut an, aber ich befürchte immer, man meine eigentlich nicht mich, oder es zeige sich das jenes Lob ungerechtfertigt war, der andere es nicht so gemeint hat. Mit Kritik und Abwertung kann ich besser umgehen, dagegen kann ich aktiv angehen, mich rechtfertigen, das fühlt sich echter an, ich fühle mich sicherer und ich kann freier atmen.“ (Zitat Klient A. G.)

Reaktionen, die erprobt sind, das Selbstbild bestätigen können in alte Verhaltensmuster besser integriert werden. Alles andere muss erst die Widerstände überwinden und landet oft in der Kiste der unglaubwürdigen Äußerungen.
Zudem müssen „nicht gut genug“ Geprägte nicht nur gut sein, sondern besser, perfekt. Sie neigen zu zwanghaftem Verhalten, zur Überforderung bis hin zum Zusammenbruch.

Abweisung, Abwertung, Kritik können sie als gerechtfertigt hinnehmen, sind verletzt und erniedrigt, aber das kennen sie und auch die daraufhin beginnenden von selbst laufenden Mechanismen, Selbstkritik, -zweifel, -vernichtung. Das Gefühlschaos von Wut, Trauer im Wechsel, von Unzulänglichkeit und Hilflosigkeit ist wie ein alter Freund, mal wieder da. Nicht erwünscht, aber irgendwie erleichternd.

Hört sich schräg an? Ja. Man müsste meinen sie gieren nach positiven Erlebnissen, aber daran sind sie nicht gewöhnt, dem können sie kaum vertrauen.

Hier wird auch Freundschaft zum Problem. Akzeptanz, Nähe und Unterstützung stürzen in sich wiederholende Kreisläufe von diesen selbst laufenden Mechanismen und sind oft sehr anstrengend. Um diesen zu entgehen werden Menschen die diese Freundschaft anbieten, ohne Bereitschaft dem „nicht genug“ geprägten Menschen in seinem Verhaltensmuster zu bestätigen abgewertet.

Was tun?
Zuerst verstehen. Den Speicher kennen und damit Zugangswege finden.
Als Kind, ohne adäquate Möglichkeit sich verbal zu äußern werden Gefühle abgespeichert, die mit Worten nur schwer zugänglich sind. Sie liegen, vernetzt mit Auslösern, mit Verhaltensweisen, tief vergraben und oft ohne fassbare Verbindung zu Worten im Speicher / Gehirn. Das heißt nicht, der Erwachsene könne diese nicht benennen, das kann er so gut oder so schlecht wie jeder andere, aber eher rational, auf der Basis der eigenen Erkenntnisse im Verlauf seines Lebens. Der Weg dorthin, ein wirklicher Bezug, an dem man arbeiten kann, fehlt.

  • Identifizierung der ersten diese Gedanken prägenden Bezugspersonen.
  • In Gesprächen über diese das Wechseln in den Gefühlen zwischen „Hass“ und „Liebe“ genau beobachten und beide Seiten so akzeptieren, wie sie geäußert und gefühlt werden. Beide sind wahrhaftig, intensiv und gerechtfertigt.
  • Häufig findet sich in früher Kindheit eine Überforderung durch Parentifizierung, manchmal jedoch auch nur eine tief sitzende und durchgängige Ablehnung des damaligen Kindes, eine psychische Erkrankung der Bezugsperson.
  • Mit Mindmaps kann man dies aus verschiedenen Perspektiven betrachten, sichtbar machen und dadurch „bewusstere“ Verbindungen von Gefühlen und nahezu automatischen Gedanken schaffen.
  • Man kann sozusagen „Reiz-Reaktionswege“ sichtbar machen und was sichtbar ist kann bearbeitet werden.

Allerdings ist die „nicht gut genug“ Prägung eine scheinbare Komfortzone, gewohnt und irgendwie bequemer, auch wenn es anstrengend ist als das große Unbekannte, das außerhalb dieser Prägung liegt. Und sie ist nicht immer da, sie wird verdrängt, kommt nicht jeden Tag, jede Stunde vor, verschwindet zeitweise und ist dann weder wichtig, noch es wert bearbeitet zu werden.

Ohne Leidensdruck, anhaltenden Veränderungswillen kommen dann wieder Widerstände hoch, die abgebaut werden müssen. Eine Bearbeitung dieser Prägung bedeutet dann ein scheinbares gegen den „nicht genug“ Menschen agieren, der doch in diesen Zeiten nur seine Ruhe und seinen Frieden haben will.

Wenn hier die Bindung der Arbeitsbeziehung nicht intensiv ist, (für den Therapeuten eine anstrengende Gratwanderung) verschwindet er und erscheint, wenn überhaupt, erst wieder in einer extremen Leidensphase.

Geduld, viel Zeit, ständige Wiederholungen, immer wieder aufflammender Widerstand machen allen Beteiligten das Leben schwer. Ungeschulte Menschen verlieren hier oft irgendwann die Geduld, haben das Gefühl der andere spiele mit ihnen, alles sei nur Show um Aufmerksamkeit zu erhalten.

Erneut eine Bestätigung „nicht gut genug“ zu sein…

 

Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich.

Am Telefon werde ich häufiger gefragt, „Haben Sie gerade Zeit für eine kurze Frage?“.

Wie man erahnen kann, sind diese kurzen Fragen meist längere Gespräche.
Beim Formulieren der Frage merkt mein Gegenüber meist schnell das seine Frage Vorwissen meinerseits benötigt und fängt an unsortiert zu berichten worum es ihm geht. Die Zeit für solche Gespräche habe ich genauso wenig oder viel, wie jeder andere. Ich muss meine Kliententermine wahrnehmen, meine Dokumentationen schreiben, meinen Bürokratieteil erledigen, einen Haushalt führen, für mich sorgen, so wie jeder andere im Leben so seine eigenen Verpflichtungen hat. Also habe ich die Zeit?

Nein. Ich habe keine Zeit, aber paradoxerweise kann ich sie mir fast immer nehmen.

Ja klar, das gehört zur Klientenakquise höre ich, wenn ich über so etwas mit anderen spreche. Mhh, ja, vielleicht auch, aber in erster Linie gehört das zu meinen persönlichen Prioritäten. Nicht nur das ich neugierig auf andere Menschen bin, grundsätzlich erst mal jeden mag bis er mir beweist, dass ich ihn nicht mögen sollte (Vielleicht schon die gesteigerte Optimismusbias des Alters? ([http://de.in-mind.org/blog/post/warum-altern-gluecklich-macht]), sondern auch, weil ich für mich beschlossen habe das Menschen mir wichtig sind und ich mich auf sie einlassen möchte.

Hätte ich einen anderen Beruf gewählt, hätte ich vielleicht andere Prioritäten, aber mehr Zeit hätte ich dadurch nicht. Ich würde mir aber mehr Zeit für andere Dinge nehmen. In meinem Freundeskreis gibt es viele Menschen die gerne auf Konzerte gehen. Ich bin oft verblüfft darüber wie viel Zeit sie sich nehmen, um diese zu besuchen, mit wie wenig Schlaf sie dann auskommen und wie sie an anderer Stelle Geld einsparen, um diese zu finanzieren. Solche und andere Beispiele für das Ausleben von Prioritäten finden sich viele, manche für mich nachvollziehbar, andere eher unverständlich.

Von vielen Menschen hört man den Satz: „Ich habe keine Zeit“.

Schon der vorige Abschnitt lässt erahnen, sie hätten die Zeit, haben aber andere Prioritäten gesetzt. Nicht das dies negativ zu bewerten wäre, es ist einfach eine Entscheidung die sie getroffen haben. Jeder hat das Recht sich seine Zeit einzuteilen, wie auch immer er mag. Aber jeder sollte sich immer mal wieder fragen:

Hast Du die Prioritäten selbst gesetzt?
Fühlst Du Dich wohl mit Deiner Zeiteinteilung?
Schiebst Du oft Dinge vor Dir her? (Prokrastination)
Fühlst Du Dich ständig unter Zeitdruck?

Für jede dieser Fragen solltest Du Dir dann doch mal Zeit nehmen. Denn jede erklärt Dir etwas über Dich.

Prioritäten die andere setzen könntest Du prüfen, inwieweit sie wirklich in Dein Leben passen, inwieweit sie zu Dir gehören und Du sie leben möchtest. Welche von diesen Prioritäten sind von Dir gesetzt? Welche vom Außen? Welche stammen womöglich noch aus Deiner Kindheit?

Zeiteinteilung. Wer teilt Deine Zeit ein? Hast Du schon mal darüber nachgedacht wie es zu dieser Einteilung kommt? Was wäre wenn Du eine andere Zeiteinteilung wählst?

Prokrastination. Verschieberitis genannt. Weit verbreitet, sehr nervend und Energie raubend. Mag sein das Du unter Druck gut arbeitest, aber das vor Dir her schieben sorgt für einen ständigen Energieaufwand. Dein Bulldozer muss immer mehr und mehr schieben, die Belastung für Deinen Rücken steigt dabei, ist doch ständig alles im Rucksack dabei und wiegt von Tag zu Tag mehr. Machst Du Dir Listen? Datiert? Oder kleine gelbe Zettel in Deinen Kalender? Hast Du überhaupt einen Kalender? Planst Du Deine Freizeit? Viele Fragen, recherchiere doch mal über Prokrastination, da haben schlauere Leute als ich Artikel verfasst die Dich informieren und Dir Wege aufzeigen.

Zeitdruck. Ein echt ekelhaftes Wort! Da übt etwas Druck auf mich aus das doch eigentlich mir gehört und von mir so eingeteilt werden sollte, wie ich das möchte. Kurzfristig, bei Terminen völlig okay, aber dauerhaft, bäh, will ich das in meinem Leben nicht haben.

Die Lösungen liegen allesamt in Dir.

Ärgerlich aber wahr. Heißt, es liegt an Dir wie Du Dich in Deinem Umgang mit Deiner Zeit fühlst. Heißt auch, nur Du kannst etwas verändern, Entscheidungen treffen, Zeiteinteilungen ausprobieren, umstellen, neu einteilen und wieder ausprobieren. Dabei solltest Du aber bitte immer die Frage im Hinterkopf behalten – wer entscheidet? Woher kommen die Prioritäten? Und dann kann es los gehen, nimm Dir Zeit um zu…

Planen – von freien Zeiten. Hoffentlich langweilst Du Dich dann auch, denn das macht kreativ und kreative Lebensgestaltung macht selbstbewusster und zufriedener.

Wählen – womit Du Dich beschäftigen möchtest. Denn aus dem womit Du Dich beschäftigst, besteht Dein Leben.

So, noch Fragen?

Ich nehme mir gerne Zeit für Dich!

Schreib mich an, ruf mich an, komm vorbei, wenn Du Dir Zeit dafür genommen hast.

 😀

 

 

Ich sehe Dich, ich schaue tiefer…

…und ich will Dich nicht manipulieren!

Am Wochenende habe ich es schon wieder erlebt. Begegnungen mit Menschen die tiefer sehen und sich nicht äußern. Menschen, die Dich sehen können, die tiefer schauen und bewusst oder unbewusst mehr über Dich wissen als Du eigentlich preisgibst.

Auf meine Nachfrage, „Warum sagst Du mir dann nicht was Du siehst, so wie ich es oft ungefragt tue?“ kam erstmal nur Schweigen. Dann folgte ein vorsichtiges positives Beschreiben meiner Person, meiner Eigenschaften. Ich ermunterte dazu weiter zu sprechen und auch negative Dinge offen zu benennen, bzw. Defizite. Wieder nur Schweigen. Dann eine vorsichtige Antwort mit aufmerksamem Blick in mein Gesicht, zögerlich Wort für Wort, Reaktionen abwartend und direkt nachgeschoben, „Du bist Psychologin, Du hast das ja studiert.“

😉 Ja und nein!

Im Studium lernt man nicht „tiefer zu schauen“, man lernt Zeichen zu deuten und Symptome zu erkennen. Ein Menschenkenner wird man dadurch nicht. Ein wissenschaftlicher Ansatz erlaubt nur ein geringes Maß an Intuition und „tiefer sehen“ ist Intuition / Unterbewusstsein. Es ist eine Wahrnehmung, die so schnell geht, dass sie da ist, unbemerkt, nicht „erfassbar“ und kaum festzumachen, wann oder wodurch sie entstand.

Es ist wahrscheinlich eine Reaktion auf Mimik, Micromimik, Gestik, Microgestik, auf Geruch, auf, ach was weiß denn ich… Es gibt bestimmt Fachleute die das genauer und besser erläutern können als ich. („Lie to me?“ kann es ja anteilig erklären 😉 )

Auf jeden Fall ist es kein Hellsehen oder in den Kopf gucken. Es ist erlernt, aber meist in früher Kindheit, oft aufgrund der Wahrnehmung einer Gefährdung, zumindest aus einer Notwendigkeit heraus. Und es ist eine Fähigkeit!

Kinder von psychisch Erkrankten können es oft sehr gut. Sie scannen andere Menschen und wissen dabei oft nicht das sie es tun und woher sie wissen, was sie wissen. Die Unsicherheit, ob sie richtig liegen, ob sie jemanden verletzen, ob sie wirklich richtig liegen, verhindert das Aussprechen der „intuitiven Vermutung“. Auch die Befürchtung der Andere, das Gegenüber fühle sich angegriffen, durchschaut, überfahren und wende sich dann ab.

Wir haben da draußen daher viele Menschen, die so viel mehr wissen, als sie sagen. Menschen die, wenn sie sich denn äußerten, anderen viel über sich selbst erzählen könnten und die leider stumm bleiben.

Wir sprechen zu wenig miteinander in dieser Gesellschaft.

Zu viel übereinander.

Wenn Du etwas sehen kannst, was Du von Dir selber kennst, berichte von Dir, ohne den Anderen einzubeziehen oder ihn darauf hinzuweisen, dass es bei ihm auch so sein könnte. Dann kann der Andere einsteigen oder auch nicht. Dann kannst Du die Bereitschaft für ein „Tiefgang Gespräch“ abtasten.

Vielleicht gibt es ab und an mal schwierige Situationen, wenn Du direkt und klar sagst,  was Du wahrnimmst. Dann bist Du über das Ziel hinausgeschossen, warst zu schnell, zu intensiv, zu schwierig für Dein Gegenüber.

Aber es gibt Möglichkeiten sich vorsichtig an diese spezielle Fähigkeit anzunähern.

Du kannst Dich vorsichtig an den Anderen herantasten. Anfangs langsam machen, nur positives aussprechen. Es dabei als Wahrscheinlichkeit ausdrücken und Formulierungen, die wertschätzend sind nutzen, oder, ich denke, ich glaube, ich spüre. Das funktioniert meist ganz gut.

Lass Dich nicht abschrecken falls jemand verunsichert oder gereizt reagiert. Mach dann nur noch viel langsamer. Drücke Dich noch etwas vorsichtiger aus, lass dem anderen Zeit zu verdauen.

Es braucht ein bisschen Übung, Geduld und Durchhaltevermögen. Dann wirst Du aber Menschen um Dich haben vor denen Du Dich nicht verstecken und verstellen musst. Mit denen Du offener sprechen kannst.

Nur Vorsicht, wenn Du einmal auch nur ansatzweise Dein Wissen zu Manipulation nutzt, ist es rum. Das ist so unverzeihlich, dass Dein Umfeld Dich daraufhin nur noch misstrauisch betrachten wird. Fähigkeiten dieser Art zu missbrauchen hat unangenehme und dauerhafte Folgen.

Denk daher daran, es geht darum Dich mitzuteilen, Dich auszutauschen.

Hast Du erste positive Erfahrungen gesammelt kann es Dir passieren das Du in einen Größenwahnsinn verfällst. Nicht schlimm, das ist wie bei Deiner Erfahrung mit allem was Du gelernt hast und zu beherrschen glaubst, die Bauchlandung folgt und ernüchtert.

Hast Du gute Freunde die Dich zurechtstutzen? Umso besser, dann kannst Du vielleicht eine weiche Bauchlandung machen.

Nur gib nicht auf und übe weiter – denn Deine Fähigkeit tiefer zu sehen wird immer wichtiger in unserer Gesellschaft, wenn sie denn aktiv von Dir gelebt wird.

Wenn der Himmel ohne Farben ist…

Wenn der Himmel ohne Farben ist…

…dann gehen wir nicht mehr so viel vor die Türe, verbringen mehr Zeit vor den Fernsehern, dem Computer oder auch mal alleine.

Eigentlich würde das zu mehr Langeweile und damit zu mehr Kreativität führen, auch ohne Farben am Himmel.

Aber leider ist in unseren Köpfen so viel liegen geblieben…

So kommt es das viele Menschen unter grauem Himmel leiden.

Alle verdrängten, weg geschobenen Gedanken kommen hoch, alte Baustellen, Zweifel, Sorgen und schwierige Situationen die unbearbeitet geblieben sind.

Lass Dich dieses Jahr davon nicht einfangen!

Geh es anders an und begegne dem Himmel ohne Farben aktiv!

Alle Gedankengänge dürfen kommen.

Schreibe Stichworte dazu auf.

Schiebe sie nicht einfach wieder weg, all das ist ein Teil von dir und deinem Himmel ohne Farben.

Sortiere sie auf einzelnen Blättern nach Themen. (Partnerschaft, Arbeit, Freunde, Politik, etc.)

Sammle fleißig, positive wie negative Gedankengänge.

Lass dir Zeit dabei!

Dann setze Prioritäten. Je nach Nähe zu dir, oder je nach Veränderungsmöglichkeiten.

Du entscheidest wonach du deine Prioritäten setzt.

Und dann gehe einzelne priorisierte Themen an.

Entschuldige dich für etwas, falls nötig; frage nach wenn du dir unsicher bist, ob du etwas richtig verstanden hast. Informiere dich über die Themen, sei aktiv, nicht passiv! Schau wo du deine Hilflosigkeit in deinen Gedanken beenden kannst.

Hilflosigkeit macht den Himmel grau und farblos, das kannst du ändern, wenn du nur willst.

Eigentlich ganz einfach, statt passiv unter grauem Himmel zu sitzen, aktiv unter ihm zu handeln.

Natürlich ist das nicht immer einfach, aber im tun wird es einfacher.

Viel Spaß unter dem Himmel ohne Farben, der Zeit die du nutzt um aufzuräumen, in dir und um dich…

„Jedermann erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält.“ Max Frisch

Da könnte man sauer sein auf Herrn Frisch, denken er hält uns alle für Erfinder von Lebensgeschichten, für Maskenträger, Lügner und Betrüger.

In Wirklichkeit jedoch hat er nicht nur Recht, wir können auch gar nicht  anders. Wir suchen nach einem roten Faden, nach einem Sinn, nach Zusammenhängen und ordnen denen dann Ereignisse in unserem Leben zu.

Das beste an dieser Aussage jedoch ist: Jedermann erfindet sich früher oder später

/ so oft er will, wann er will, mit jeder Entscheidung, in jedem Augenblick /

nicht nur

eine Geschichte, die er für sein Leben hält.

Sondern sich selbst und seinen Lebensweg neu!

Das ist jeden Tag, jede Stunde, jede Minute möglich!

Du willst etwas ändern – beginne wann immer Du magst – weil Du es kannst!

Ist das nicht wundervoll?

Zu schnell, zu viel, zu wenig: „Haltet die Welt an, ich will aussteigen.“

Es gibt diese Tage, an denen ich verstehe und fühle was dieser Spruch aus den 80-ern wirklich bedeutet.

Diese Tage an denen viele Informationen, Erwartungen, Fragen mich überrollen, ich das Gefühl habe von allem erstickt zu werden. Ich bin dann hoffnungslos überfordert, hilflos ausgeliefert und völlig kraftlos.
Das sind die Tage, an denen ich denke, halte doch jemand mal die Welt an, ich muss nachdenken, ich brauche eine Auszeit, jetzt, hier, sofort!

Ich wünsche mir, das ich mich zumindest kurz orientieren darf, aber ich muss weiter, Pause ist nicht.

Das sind die Zeiten, in denen ich zu viele Informationen bekomme, politische und gesellschaftliche, private, öffentliche. Überflutet von realen Ängsten, von Verschwörungstheorien und Katastrophenszenarien bin ich ängstlich und befürchte das „Ende der Welt“, wie ich sie kenne.

Das sind Tage an denen viele Erwartungen auf einmal an mich gestellt werden, ich schnelle Entscheidungen treffen soll, ohne die Chance zu haben mir die Hintergrundinformationen zu beschaffen.
Momente in denen Menschen von mir Antworten für ihre existentiell relevanten Fragen erwarten und ich mich zu klein und so dumm um diese schnell und so effektiv beantworten zu können.

Das ist der Augenblick, in dem alles es scheint als liefe alles schief, ich das Gefühl habe meine Lebensplanung funktioniert nicht, ich mich und mein Leben, meine Kompetenzen hinterfrage, in meine eigene existentielle Krise rutsche.

Diese Krise baut dann rasend schnell all meine Schwächen, mein Nicht-Wissen, wie Mauern vor mir auf und ich kann nichts anderes mehr sehen. Meine Stärken scheinen transparent und dann durchsichtig zu werden und verlassen mich inmitten meines scheinbaren Versagens.

Ich möchte in meinem Bett verschwinden, weglaufen, nichts hören, nichts sehen, nichts wissen.

Alles was ich zuvor wusste, zu wissen glaubte, wird unsicher, alles was ich geleistet habe wertlos und was ich glaubte leisten zu können scheint unmöglich zu bewältigen.
Meine mich zuvor schützenden Mauern, meine scheinbaren Stärken stürzen zusammen, werden als Lug und Trug entlarvt, als Einbildung von mir wahrgenommen und begraben mich unter sich, so dass ich mich schwer, bewegungslos und mutlos fühle.

Manchmal werde ich dann panisch vor Überforderung und ich ertrinke in Gedanken die kreuz und quer rasen, unstrukturiert, scheinbar sinnlos aneinander gereiht.

Das ist keine Krankheit, keine „Depression“, kein „Burn out“ oder ähnliches, das ist Leben, Alltag, das ist normal!

Dagegen hilft kein Medikament, das all das nur „egalisiert“ und verschiebt. Dagegen helfen Strategien und Rituale, Strukturen, Verhaltensweisen, die zuvor ausprobiert und für gut befunden wurden.

Ob ich dann spazieren gehe, Sport treibe, putze oder Möbel umstelle scheint oft unerheblich. Wichtig ist die körperliche Betätigung, der Ausstieg aus der Herrschaft meines Kopfes über meine Gefühlswelt.
Die körperliche Tätigkeit ist das Seil, die Hand oder die Leiter aus diesem Sog.

Kommt es tagsüber ist das Risiko groß es zu verdrängen, sich abzulenken ohne es zu bearbeiten, bewusst wahrzunehmen und einordnen zu können. Es ist wie ein Flackern, wie der Blitzer am Straßenrand, bei dem man sich fragt, ob er wirklich geblitzt hat.
Es muss verankert werden an körperlicher Tätigkeit ohne großen Anspruch an meinen Kopf damit ich es lösungsorientiert betrachten kann. Dann kann ich planen, Wege zu Lösungen durchdenken.

Tue ich das nicht, schiebe ich es weg, beschäftige ich den Kopf, vergesse ich es und es schleicht sich am Abend oder in der Nacht an wie eine Raubkatze, landet auf meinem Brustkorb und gräbt die Krallen tief in mich. Das schwarze Loch das sich Abends oder Nachts auftut kriege ich dann nur schwer in den Griff, deutlich schwerer als am Tag, im Licht.

Der Block neben dem Bett, der Stift in meiner Hand gibt mir dann Halt.
Ich notiere Stichworte, unsortierte Gedanken, Erwartungen an aktives Handeln, solange bis ich leer bin. Dann spüre ich das Nachlassen der inneren Vibration, das langsamer werden der drehenden Gedanken in meinem Kopf.

Ich kann entspannter, nicht gänzlich entspannt schlafen und bin am morgen fähig den Zettel zu sortieren und einzelne Punkte davon zu bearbeiten.

Habe ich es tagsüber nicht vergessen, holt es mich im Wachzustand ein, setze ich mich hin, noch vor dem Abschließen des Tages und notiere was mir durch den Kopf geht. Die bessere Lösung, aber oft war der Tag so anstrengend, so erschöpfend das ich erst einschlafen muss, um zu merken, dass ich noch nicht fertig bin mit all dem Chaos in meinem Schädel.

Notiert, registriert mein Verstand, die kümmert sich drum, ich darf abschalten, es bleibt nichts unerledigt, es wird nichts vergessen und gibt Ruhe.

All das funktioniert nur weil ich weiß wie ich mit mir umgehen muss, weil ich achtsam bin für Methoden, Verhaltensweisen die mich „denken lassen“ während mein Körper anderes tut.
Diese nehmen mir das Gefühl von Hilflosigkeit, geben mir inneren Widerstand gegen einstürzende Mauern, zeigen mir meine Stärken und meine Fähigkeit mich zu wehren, gegen außen und gegen innen.

In der digitalen Welt mit all den unsortierten Informationen, mit all den Nachrichten, Geschichten und all den offenen Fragen bezüglich meiner Zukunft, meiner Rente, meiner Gesundheit und der Sorgen um die Kinder brauche ich gute Methoden um mich zu erden.

Notiere Deine Methoden. Hänge Dir den Zettel irgendwohin. Lege den Block und den Stift neben das Bett. Bereite Dich vor und lass Dich nicht überrollen, von nichts und niemanden, auch nicht von Deinem Verstand und Deinen Gefühlen.
Schwarze Löcher gibt es immer wieder mal, aber diese Vorbereitungen sind der Halt und der Weg hinaus.

Also:

Halte Du Deine Welt an und steige aus, wenn Du es brauchst, warte nicht bis sie Dich abzuwerfen droht!

Ich kann ja eh nichts ändern..

 

…“die“ machen ja doch was sie wollen!

Genau! Das ist ein Konzept mit dem Dein Leben sicher besser wird!

Wirf bildlich gesprochen die Eigen-Verantwortung für Dein Handeln und Denken auf den Boden vor Dir und trampel kräftig darauf herum!

Und vergiss nicht allen zu erklären, wie wenig Spielraum Du hast, wie wenig Du ausrichten kannst gegen alle andren, wie wenig Freiraum man Dir zugesteht!

Rede so oft wie möglich über all die Dinge an denen Du nichts ändern kannst!

Entwerfe Katastrophenszenarios, Horrorszenarien und Verschwörungstheorien, damit Du und alle in Deinem Umfeld verunsichert werden und sich hilflos fühlen.

Vielleicht erreichst Du damit sogar das andere ihre Eigenverantwortung auch auf den Boden werfen und darauf herumtrampeln.  Dann hast Du bald ein Umfeld in dem alle nur noch nicken wenn Du sprichst, Dir zustimmen, still stehen, so wie Du!

Steiger Dich in die Abwertung anderer Menschen, all jenen die ihren Idealen folgen oder die einfach nur anders leben oder alle die anders denken als Du selbst. Vergleiche Deine Situation nur mit Menschen die mehr Geld verdienen, mehr konsumieren können, mehr Einfluss haben, oder einfach mit denen die glücklicher sind. (Die sind sicher zu dumm um zu verstehen, wie schrecklich alles ist!)

Und gehe keinesfalls aus Deiner Komfortzone!!!

Ändere nichts!

Manchmal würde ich Menschen in meinem Umfeld am liebsten all das sagen, aber ich tue es nicht. Ich höre mir wieder und wieder an wie schrecklich alles ist, wie die Politik alles falsch macht, wie schlecht es uns geht und das bestimmt alles in Katastrophen endet. In Krieg, in Weltuntergang!

Unterschiedliche Menschen haben dann für mich Dummerchen die verschiedensten Erklärungsansätze, können genau zuordnen woran es liegt, von der Agenda 2010 über mangelndes Nationalgefühl, der Abhängigkeit von Amerika, der Globalisierung, bis hin zu mangelnder Religionszugehörigkeit.

Manchmal reißt es ein Loch in mir auf aus dem dann viele dunkle Gedanken und Angst aufsteigen. Manchmal denke ich einfach nur, sei doch still, es gibt doch andere Themen die uns gut tun würden. Sagen tue ich selten etwas – es sei denn in Zusammenhang mit meiner beruflichen Tätigkeit.

Ich will ja nicht ständig therapieren und psychologisieren…

Aber jetzt mal ehrlich (welch eine dumme Aussage, als würde ich sonst unehrlich sein 😉 Da hat meine Sprache mich doch schon überlistet…  ) Also nochmal – genauer hingeschaut: 

Hat jammern, sich sorgen, schimpfen, abwerten jemals etwas anderes bewirkt als eine Verschlechterung?

Können die Menschen denn dann nicht entweder gegen etwas angehen, aktiv werden, oder einfach still sein?

Ich kann nichts tun gegen unsere Politik, gegen die Wirtschaft, gegen das Plastik im Wasser, gegen die Verschwendung von Ressourcen und die Überflutung der Medien, die Armut, ….

ABER! (Ja, 😉 Ich weiß, ich und mein aber – das ist gut, das widerspricht dem Mainstream, das wechselt die Perspektive!)

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!

Bedeutet: Wenn jeder in seinem Umfeld ein wenig mehr positives bewirken würde könnte/wir/muss sich etwas ändern.

Ich habe zum Beispiel das Bild vor Augen, jeder nimmt im Wald den Müll mit den er sieht, oder den Müll er macht hat. Der Wald wäre sauber. Oder???

Einkaufen gehen mit einem Lächeln, es wäre eine wahre Freude! Ich würde jeden Tag zwei Scheiben Brot kaufen nur um all die lächelnden Gesichter sehen zu dürfen.

Autofahren mit Rücksicht aufeinander, bedeutend weniger Stress! Und wie gerne würde ich ein paar Meter weiter laufen, wenn sich dafür jemand freut und sich nicht als Sieger, sondern als Beschenkter fühlt.

Kleinigkeiten von denen wir wissen, dass es nicht nur funktioniert, sondern das dies auch unser Lebensgefühl und damit uns und unsere Existenz verändern kann.

Noch ein aber 😦

Vielleicht ist es aber wirklich so, das es bequemer ist Schuldzuweisungen auszusprechen. Vielleicht bilde ich mir nur ein das es den Menschen besser ginge, wenn sie aktiv wären, statt passiv-aggressiv zu schimpfen?

Wie ich überhaupt darauf komme das aktiv besser wäre als passiv?

Dieselben Menschen die diese negativen Äußerungen von sich geben sagen Sachen wie, man sollte mal wieder auf die Straße gehen, man sollte etwas tun.

Wer bitte ist den „man“? Die anderen? Oder meinen die ich soll das für sie tun? Warum sagen sie nicht „ich“? Und – warum tun sie denn nichts außer drüber zu reden was man tun müsse?

Weil sie sich die Energie rauben mit ihren eigenen Gedanken und Äußerungen! Weil sie sich hilflos machen in ihrer Passivität.

Darum kein aber heute!

Lasst uns doch mal wieder einen Tag lang bewusst lächeln und „Guten Morgen“, „Guten Tag“ und „Guten Abend“ wünschen. (Wer ganz mutig ist kann das sogar in einem Satz sagen, z.B.: „Ich wünsche Dir einen schönen Tag“)

Mal schauen ob das Gegenüber dem widerstehen kann.

Denn bitte lieber Leser, mache Dir bewusst das Deine Gedanken Deine Gefühle beeinflusst, das Deine Worte auf Dein Umfeld wirken, das Dein Verhalten Vorbild für andere ist.

Überlege Dir wie Du leben möchtest und beginne Dein aktives Ändern, Schritt für Schritt! Einmal lächeln, einmal etwas tun, aktiv, jetzt!

Hinfallen ist erlaubt, Rückschritte auch – Aufgeben nicht! 😉

Viel Spaß beim Ändern!!!

Ich fang dann mal wieder an 😉